So geht das, Sachsen! Wie Luxemburgs Polizei mit deutschen Neonazis umging

Erinnert ihr euch an den Aufmarsch rechter Gewalttäter in Sachsen? Die Frage ist natürlich Quatsch. Denn in Sachsen gab es nicht den einen, es gibt sie andauernd. Bautzen, Coßwig, Freital, Heidenau, Leipzig, natürlich Dresden – so ziemlich jede Woche. Und jetzt mal wieder Chemnitz. 

Wenn rechte Schläger in Sachsen aufmarschieren, dann können sich alle Beteiligten sicher sein, dass sich die Polizei entweder überfordert gibt, wegschaut, gerade woanders ist, zu spät kommt, die Gegner bekämpft – auf jeden Fall aber stets völlig versagt (das ist die wohlwollende Deutung) oder den eigenen Gesinnungsgenossen Rückdeckung verschafft (die weniger wohlwollende Deutung). 

Dass alles auch ganz anders sein könnte, zeigt die folgende Frage: Erinnern ihr euch an den Neonazi-Aufmarsch in Luxemburg? Ihr  und ich bestimmt nicht. Aber viele Luxemburger tun es mit Sicherheit. Denn es gab eigentlich nur einen. Um genau zu sein: Es gab nur einen Versuch. 1994. Der Grund dafür, dass es bei dem einen blieb: die Reaktion der Luxemburger Polizei.

Der Luxemburgische Polizeisprecher schaffte es damals, das Wesen der „sächsischen Verhältnisse“ in einem Satz zum Ausdruck zu bringen: „Es liegt wohl kaum daran, daß die Deutschen weniger Beamte haben… Vielleicht hat es ja etwas mit der Motivation zu tun.“ 

Die Zeit-Autor Frank Barth hat 1994 dieses Lehrstück in konsequenter polizeilicher Anti-Rechtsextremismus-Arbeit dankenswerter Weise für die Nachwelt und insbesondere für alle deutschen Polizeibehörden festgehalten: „Nazis haben hier nichts zu suchen“.

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