1.300.000 Tote

Stell dir vor, eine Studie berichtet über mehr als eine Million tote Menschen und niemanden interessiert es.

Seit 14 Jahren führt der Westen seinen „Krieg gegen den Terror“. Dass wir nicht einmal eine grobe Idee von der Anzahl der Todesopfer haben, zeigt wohl wie gleichgültig uns das Leben der Menschen dort geworden ist. Die „Internationalen Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges“ haben jetzt einen neuen Versuch unternommen, den Toten zumindest eine Zahl zu geben. Das Ergebnis ihrer 100-seitigen Studie „Body Count“: Mindestens 1,3 Millionen Menschen starben infolge der westlichen Krieg. Vorsichtig geschätzt.

Ausgewertet haben die Forscher dazu bestehende Untersuchungen (z.B. die des US-Epidemiologen Les Roberts im Fachmagazin Lancet von 2007) und nur die Opferzahlen für Irak, Afghanistan und Pakistan. Jemen und Somalia blieben ebenso außen vor wie die Zeit vor 2001. Insgesamt kamen sie auf rund eine Million tote Iraker, 220.000 in Afghanistan und 80.000 Tote in Pakistan.

Im Detail sieht das so aus:

Verschiedene Schätzung über irakische Todesopfer

irak

Todesopfer in Afghanistan zwischen 2001 und 2013

afghanistan

Todesopfer in Pakistan zwischen 2004 und 2013

pakistan

Erschreckend ist auch, wie viele deutschsprachige Medien die Studie aufgegriffen haben, die immerhin von einer Organisation stammt, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Nur auf Telepolis hat es die Studie geschafft, und auch nur durch einen von den Machern selbst geschriebenen Text.

2 Kommentare zu “1.300.000 Tote

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