Warum muslimische Mädchen nicht schwimmen

Es ist ein schwieriges Thema, die Sache mit den Muslimen und dem Schwimmen. Entweder sie tun es zu oft und laut, wie muslimische Jungs in Berlin-Neuköllner Freibädern. Oder sie tun es zu wenig, wie unterdrückte muslimische Kopftuchmädchen. Letzteres ist zumindest das Klischee, welches angesichts steigender Flüchtlingszahlen des immer schon vorhandenen Rassismus und unter dem Vorwand steigender Flüchtlingszahlen zurzeit eine kleine Renaissance erlebt.

„Hassprediger, getrennter Schwimmunterricht für Kinder, Zwangsverheiratungen – alles Ausnahmen?“, fragt beispielsweise Frank Plasberg in seiner Sendung vom 28. September. BILD-Kolumnist Hugo Müller-Vogg fordert Muslime auf, „die eigenen Töchter selbstverständlich am Sport und Schwimmunterricht teilnehmen zu lassen“. Und selbst das neugegründete Muslim-Think-Tank “Muslimisches Forum” gibt dem “Schwimmunterricht” einen eigenen Platz in seinen “17 Thesen für ein Miteinander.”

Hatte Thilo Sarrazin also doch recht, als er schon vor fünf Jahren den Schwimmunterricht zum Symbol eines »kulturellen Problems« der Muslime erklärte, das »gegen deren Willen kaum verändert werden« könne? Nein, hat er nicht! Denn auch wenn “muslimische Mädchen dürfen nicht schwimmen” kaum noch aus der Islamophobie-Hitlist wegzudenken ist: An dem Klischee ist nichts dran.

“Muslimisches Leben in Deutschland” heißt eine Studie des “Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge”, die schon im Jahr 2009 herausfand, wie es muslimische Schüler wirklich mit dem Schwimmunterricht halten. Diese kam zwar tatsächlich zu dem Ergebnis, dass fast jedes zweite muslimische Kind dem Schwimmunterricht fern bleibt. Nur die Gründe dafür fand die Studie woanders. In nur 1% der Fälle waren es “religiöse”. Dem Sexualkundeunterricht blieben sogar nur 0,7% der muslimischen Schüler aus “religiösen Gründen” fern. Der Anteil von muslimischen Schülern lag damit sogar noch leicht unter dem ihrer nicht-muslimischen Mitschüler, die aus “religiösen Gründen” den Unterricht schwänzten.

Der Hauptgrund dafür, dass über 40% der muslimischen wie nicht-muslimischen Schüler regelmäßig nicht am Schwimmunterricht teilnehmen ist hingegen einer, den man auch aus der jetzigen Flüchtlingsdebatte kennt: Es gibt zu wenig kommunale Angebote. Nicht muslimische Mädchen bleiben dem Schwimmunterricht fern, sondern der Schwimmunterricht den muslimischen Mädchen.

Header-Foto: Ben Salter/ CC2.0

31 Kommentare On Warum muslimische Mädchen nicht schwimmen

  • Vorab: Ich kenne die empirischen Daten dazu nicht, d.h. kann nicht einschätzen, wieviel Prozent der muslimischen Kinder nicht am Schwimmunterricht teilnimmt. Bin selbst praktizierende Muslima, Mutter eines Schulkindes.
    Nun zu meiner Sicht der Dinge: Bei vielen praktizierenden Eltern, die selbst keinen Fuss in ein gemischtes Bad setzen würden, gibt es ein Unbehagen beim Thema Schwimmunterricht in der Schule. Da seitens der Lehrer und Schulleiter meist kaum ein Wille besteht, die Eltern in ihren Bedenken ernst zu nehmen, gibt es auch i.d.R. keine Kompromisse. Es gilt die Devise: Alles oder nichts. Was die meisten verkennen: selbst bei Menschen, die die Religion streng auslegen und aus diesem Grund das gemischt-geschlechtliche Schwimmen ablehnen, gibt es einen Ausweg: vor Einsetzen der Pubertät gelten die Regeln nicht in der strengen Form, und deswegen würden die meisten Eltern im Kindergarten oder in den ersten Grundschuljahren den Unterricht zulassen, SOFERN da längere Badekleidungen zugelassen würden. (Ich rede nicht vom Burkini, sondern von z.B. bis zum Knie bedenkenden Shorts und Oberteilen, z.B. in Form eines T-Shirts). Meine Tochter trägt diese Badekleidungen beim Schwimmen, ist aber damit regelmäßig blöden Blicken oder Kommentaren ausgesetzt. Das macht den Kindern natürlich keinen Spaß und auch ich als Erwachsene weiß, dass ein Badbesuch mit Badekleidungen, die nicht der hiesigen Entkleidungskultur entsprechen, zum Spießrutenlauf werden kann.
    Worum geht es bei dem Schwimmunterricht? Wenn es darum geht, sicher zu stellen, dass alle das Schwimmen erlernen, könnte man auch sagen: Wenn jemand sein Kind vom Schwimmunterricht freistellen will, muss er einen Nachweis beibringen, dass das Kind schwimmen kann (z.B. in Form eines deutschen Schwimmabzeichens, wie Seepferdchen oder Bronze). Und dann könnten die Eltern privat dafür sorgen, dass ihr Kind in einem *von ihnen für angemessen* gehaltenen Rahmen das Schwimmen lernen. Mein Kind hat im Kindergartenalter schon das Seepferdchen-Abzeichen erworben.
    Wenn man die Eltern, also da abholt, wo sie sind, kann man Lösungen finden und Kompromisse schließen. Aber wenn Seitens der Politik, so ein Thema aufgebauscht wird und so getan wird, als ob die westliche Zivilisation am Bikini-Verkaufsstand verteidigt werden muss und wenn die Lehrerschaft eine ähnliche Haltung an den Tag legt, werden die Eltern in ihrer Defensivhaltung verharren.
    Warum kann man da nicht etwas Verständnis entwickeln? Wenn Deutsche in ein Land ziehen würden, wo der FKK zur Staatsräson erhoben würde, würden sie da ihre Kinder gerne in Adamskostüm zum Schwimmen schicken….?

    • “Worum geht es bei dem Schwimmunterricht?”

      Wohl nicht nur darum, “sicher zu stellen, dass alle das Schwimmen erlernen”, sondern AUCH darum, den Körper als solches, – auch als geschlechtlichen, m. o. w. nackten usw. -, als sozialen Gegenstand in jungen Peer-Gruppen zu konstituieren, – MIT seiner Ästhetik/Unästhetik, mit Begehren und Abscheu etc. zu leben, dies zu kultivieren und als Leben sich dann auch wieder “privat” (erneut) anzueignen.

      Und für die Institution des ALLGEMEINEN UNTERRICHTES gilt diese Qualität u. Aufgabe der Sozialisierung generell, weshalb die Möglichkeiten, einen Zettel vorzuzeigen, aus dem hervorgeht, daß man dieses oder jenes schon kann, und deshalb vom Untericht zu befreien sei, sehr beschränkt.
      (Zumal jene, die schon etwas können, was im Lehrplan steht, für jene, die das noch zu lernen haben, nur nützlich/fruchtbar sein/werden können, wenn sie am entspr. Unterricht auch teilnehmen. Um z. B. als Klasse/Stufe/Kurs ein gemeinsames Sportziel zu erreichen, braucht man u. U. eben auch die guten/relativ FRÜHEN Schwimmer wie Ihr Kind …)

      Derart große, schambetont drapierte Textilmengen, wie Sie Ihnen offenbar vorschweben, sind für die Sozialisationsziele hinsichtlich Körper, Nacktheit usw., für die Wasser-Hygiene, für gute Sportlichkeit bis zur Mode völlig ungeeignet.

      Und ja: Deutschen konnte es beim Leben in skandinavisch-finnischen Regionen durchaus passieren, in FKK-geprägte Nachbar- o. a. Gemeinschaften zu geraten, – und sie haben sich (als gute Teil-Wikinger) diesen Gebräuchen halt angepasst, – so wie die Wikinger als Sultangarde in Kleinasien sich je auch angepasst haben, und heutige Daueraufenthalter in diesen Gegenden das auch tun: Die herrschenden Gebräuche u. Institutionen zu befolgen bzw. zu respektieren.

      Im Übrigen ist die von Ihnen insinuierte Kleider-/Geschlechter-Ordnung nicht im Koran fundiert und steht auch sonst auf schwachen Religions-Füßen, – ist vielmehr wohl Kultur/Sitte/Brauch als transzendentale Forderung.

      • Es ist immer wieder interessant in solchen Diskussionen zu erfahren, was im Koran alles fundiert ist und was nicht. Auch Frauen, die das Kopftuch tragen, müssen sich immer wieder erklären lassen, es stehe doch gar nicht im Koran. Nun, in der Tat: die Widrigkeiten des gemischtgeschlechtlichen Schwimmunterrichts sind im Koran nicht thematisiert worden. Ebensowenig übrigens wie die genaue Bestimmung der Gebetszeiten, die Einzelheiten des rituellen Gebets oder die Bestandteile einer Gebetswaschung. Dennoch würde keiner diese Punkte im Islam zur Diskussion stellen wollen. Der Koran ist eben der wichtigste, aber nicht die einzige Bezugspunkt im Islam.
        Was nun die “schambetont drapierte Textilmengen”, angeht, die mir vorschweben. Was genau meinen sie mit “schambetont”? Das ist nun Ihre eigene Interpretation, das der Körper eines Menschen, wenn er bedeckt ist, wohl aus Scham bedeckt wurde. Ich kann mit dieser Interpretation nicht viel anfangen. Der Islam ist eine die Körperlichkeit bejahende Religion und der Körper und letzendlich auch die Sexualität sind kein Gegenstand von Scham. Das fällt vielen Europäern aufgrund ihrer eigenen Geschichte sehr schwer den Punkt zu verstehen. Dennoch: für die meisten muslimischen Frauen, die im Westen lebend sich für die islamische Bedeckung entscheiden gilt: es ist nicht eine Scham, die sie zur Bedeckung bewegt, sondern die Wertschätzung des eigenen Körpers. Ich wünsche nicht, von irgendwem im halbnackten Zustand beim Schwimmen begafft zu werden.
        All diese fadenscheinigen Argumente: z.B. “Wasserhygiene”. Der Stoff, aus dem die Badekleidungen sind, ist genau der gleiche, aus dem auch ein “normaler” Badeanzug oder Bikini angefertigt ist. Die Badekleidungen sind gewaschen. Vor dem Schwimmen wird geduscht. Wo ist das Problem?
        Was mich noch interessieren würde: die Behauptung, dass neben dem Erlernen des Schwimmens ein weiteres Ziel darin besteht “den Körper (…) als sozialen Gegenstand in jungen Peer-Gruppen zu konstituieren”. War das von Ihnen oder ist das offiziell?

        Ich könnte noch auf einige andere Ihrer Punkte eingehen, aber mein Schlaf ist mir da doch wichtiger, als diese -mir sinnlos erscheinende- Diskussion.
        Sie scheinen davon überzeugt, dass wir nur dann vollwertige Mitglieder dieser Gesellschaft sein können, wenn wir bereit sind unseren Körper halb nackt zu zeigen. Sie sagen es ganz gerade aus: es geht nicht nur um das Schwimmen. Und da sage ich, da mache ich nicht mit. Tut mir leid.

        • Selbstverständlich: “Der Koran ist eben der wichtigste, aber nicht die einzige Bezugspunkt im Islam.”

          Für nicht ganz wenige Muslime ist es aber von Bedeutung, ob sie zugunsten einer Transzendentalpragmatik multireligiöser Koexistenz, der man sich hier und andernorts, vor allem GLOBAL (und damit “allgemein”) verpflichten muß, auf die Befolgung direkter Korangebote oder solche nachgeordneter Religions-/Transzendental-Quellen verzichten müssen.

          Insoweit sollte der Hinweis auf fehlendes Koranfundament nur dazu helfen, die transzendentalpragmatisch bedingten Einschränkungen der Religionsübung leichter “schlucken” zu können, – die auch die beiden christl. Kirchen, unter massiven Kämpfen, geschluckt haben.
          Denn es bleiben im Koran selbst und nahezu allen anderen Offenbarungsliteraturen/ Transzendentalquellen der Welt genügend Beinträchtigungen DIREKTER Ge-/Verbote (zugunsten transzendentalpragmatisch geregelter Koexistenz) übrig, so daß jede Weiterung der Religionskerne genau diese Koexistenz oft zusätzlich zur Kern-Last noch beschwert.

          Was nun die „schambetont drapierte Textilmengen“, angeht, die mir vorschweben. [ “… z.B. bis zum Knie bedenkenden Shorts und Oberteilen, z.B. in Form eines T-Shirts) …” ]

          “Was genau meinen sie mit „schambetont“? Das ist nun Ihre eigene Interpretation, das der Körper eines Menschen, wenn er bedeckt ist, wohl aus Scham bedeckt wurde. Ich kann mit dieser Interpretation nicht viel anfangen. Der Islam ist eine die Körperlichkeit bejahende Religion und der Körper und letzendlich auch die Sexualität sind kein Gegenstand von Scham. Das fällt vielen Europäern aufgrund ihrer eigenen Geschichte sehr schwer den Punkt zu verstehen. Dennoch: für die meisten muslimischen Frauen, die im Westen lebend sich für die islamische Bedeckung entscheiden gilt: es ist nicht eine Scham, die sie zur Bedeckung bewegt, sondern die Wertschätzung des eigenen Körpers. Ich wünsche nicht, von irgendwem im halbnackten Zustand beim Schwimmen begafft zu werden.”

          Das kaufe ich Ihnen so nicht ab:

          1. Was ist am Sichtbarwerden Ihrer Wertschätzungen/Ihrer Wertschätze für einige so schlecht?
          “Begaffen” ist ja eine Pejoration a priori, – wo nehmen sie die her ?

          2. Geht es Ihnen ganz offenkundig um Sie selbst, – und womöglich weniger um Ihr Kind und seine (auch künftige) Rolle in unserer Gesellschaft/unserem Staat -, wenn Sie so ‘stikum’ die Argumentations-Pespektive vom Kind zu Ihnen wechseln.

          “All diese fadenscheinigen Argumente: z.B. „Wasserhygiene“. Der Stoff, aus dem die Badekleidungen sind, ist genau der gleiche, aus dem auch ein „normaler“ Badeanzug oder Bikini angefertigt ist. Die Badekleidungen sind gewaschen. Vor dem Schwimmen wird geduscht. Wo ist das Problem?”

          Ihr Problem ist, daß Sie die Verallgemeinerungsperspektive (wie soll ein Bademeister DAS Kontrollieren, Ihre Kinder in fetten Boxershorts und knielangen T-Shirts zulassen, und die Schmutzfinken-Rüpel in gleicher Aufmachung zurückweisen?) negieren, und das deutsch-europäisch Allgemeine nur als falschen, zu BESEITIGENDEN Widerspruch zu Ihrer Privatperspektive (ist doch alles frisch gewaschen …) sehen können.
          (Als Verallgemeinerungsübung ist der Kantsche Imperativ ja sehr gut geeignet, jedoch nicht als ethisches Fundament, weder in globaler noch in europ.-deutscher Hinsicht)

          “Was mich noch interessieren würde: die Behauptung, dass neben dem Erlernen des Schwimmens ein weiteres Ziel darin besteht „den Körper (…) als sozialen Gegenstand in jungen Peer-Gruppen zu konstituieren“. War das von Ihnen oder ist das offiziell? ”

          Das ist die kürzeste Zusammenfassung der Entwicklung europäischer Pädagogik.
          Diese nimmt einen wesentlichen Ausgang in der Einführung einer ALLGEMEINEN Schulpflicht (https://de.wikipedia.org/wiki/Schulpflicht_%28Deutschland%29) .

          Während unter den inzwischen absolutistischen Vorzeichen die bis dahin vor dem direkten Zugriff der Zentralmacht verborgene Einfach-Bevölkerung sich nunmehr via Schrift direkt adressieren ließ, entstand der MODERNE Untertan/ein “Subjekt” (sub-icere/-iacere = unter-, herunter-werfen), der/das in der Lage war, der Regierung selbständig, ohne größere Mittlerinstanzen, zu folgen.
          Womit es aber auch in Grenzen amtsfähig wurde, weshalb der Zentralstrahl der absolutistischen Macht & Gewalt für jeden EINZELNEN auch der einfach(st)en Bevölkerung in einer MASSE (Klasse) ein Erweckungs-/Erleuchtungsergebnis hat: Wer amtsfähig ist, kann sich vielleicht auch SELBST REGIEREN (und sei es höchst vermittelt über Parlamente, Räte usw.)

          Diese Umstruktierung auf Selbstregierung wird aufs höchste erleichtert, wenn die Menschen mit Begehren und Abscheu gut umgehen können. Insbeondere die dazu notwendige UNABHÄNGIGKEIT zur Selbstregierung kann nur gewinnen, wer sich dem Begehrenswerten & Abscheulichen so aussetzt und damit umzugehen lernt, daß es ihn/sie nicht mehr aus der Bahn wirft.
          Vergl. unter vielem anderen dazu auch die Episode von Odysseus und den Sirenen, (auch als Exkurs in der “Dialektik der Aufklärung” von Horkheimer/Adorno) bzw. Foucaults Thema “Macht und Begehren”.

          Dessen souveränes Handling nimmt dem Reflexhaften das Reflexhafte und unterstellt es dem Willen, – was z. B. die Glücks-Chancen vermittelt-geplanter Ehen, – ohne diese ewige, selbständige Schnuckelsuche der potentiellen Ehepartenr -, durchaus schmälert, weil man sich auf die Reflexe, Frau/Muschi usw., dann auch nicht mehr ganz verlassen kann, WENN DER WILLE fehlt. (Was bei “vermittelten” bzw. vorgeplanten Ehen öfter der Fall sein dürfte, und womöglich auch dann gilt, wenn erst gar kein Wille entstehen konnte/durfte).

          Den Gemeinschaftsaspekt der Erziehung, – aber auch den von Staat & Gesellschaft!, haben dann das 19. u. 20. Jh. hierzulande und weltweit stark gemacht, und er machte vor den verschiedensten Sozialisierungs-/Vergesellschaftungsformen der Körper, – wie schon zuvor unter Feudalregimen (vergl. das Militär als Körperegime) -, genausowenig halt wie vor vielen anderen Dingen.

          “Sie scheinen davon überzeugt, dass wir nur dann vollwertige Mitglieder dieser Gesellschaft sein können, wenn wir bereit sind unseren Körper halb nackt zu zeigen. Sie sagen es ganz gerade aus: es geht nicht nur um das Schwimmen. Und da sage ich, da mache ich nicht mit. Tut mir leid.”

          1. renne ich nicht durch die Gegend, um irgendwelche Wertigkeitszeugnisse zu verteilen.

          2. Ist auch alles weitere pure, pejorative, aber völlig unbegründete Unterstellung.

          3. Hatte ich Ihnen die Vielfältigkeit der Dimensionen pädagogischen Handelns, die sich keineswegs auf den Pol Gemeinschaft vs. Privatheit/Intimität oder Kognitionsfortschritt versus Konzentrationsschwäche usw je beschränken lassen, nahezubringen versucht, – aber dem weichen Sie aus, selbst da, wo es schon im KERN nur ums Schwimmen/den Sport geht:
          Wie stehen Sie dazu, ihr Kind ggfls. mit leistungs- u. z. T. auch spaß-hemmender Bekleidung antreten zu lassen, bzw. aus dem Leistungsspektum der Klasse/Schule usw. heraus zu nehmen/zu halten, wenn es denn aufgrund eigener Entwicklung und elterlicher Förderung schon schwimmen kann?

          Sie müssen sowohl die Vielfalt der Lehr- u-. Lernziele je Unterricht(seinheit) als auch weitere, schlicht geübte Praktiken des hiesigen Lebens akzeptieren, – oder gehen bzw. erhebliche Sanktionen in Kauf nehmen.

          • Sie sind aber sehr hartnäckig in ihrem Kampf für die leichte Badebekleidung.
            Ich habe weder Zeit, und zunehmend auch keine Lust, diese fruchtlose Diskussion mit Ihnen zu führen. Es wäre Stoff genug für eine Dissertation, Ihre in meinen Augen sehr eigenwillige Art des Verstädnisses von Bildung im Allgemeinen und Ihre “Argumente” in Bezug auf das Schwimmen in Kleidungen, die nicht Ihren persönlich gewüschnten Grad der Entkleidung ensprechen im Speziellen, zu entkräften.
            Wenn ich Ihnen sage, welche Gründe ich als Muslima für dieses oder jenes habe, sagen Sie am Ende: das kaufe ich Ihnen nicht ab. Ich meine, was soll man/frau da noch sagen?!
            Und entschuldigen Sie bitte, natürlich argumentiere ich über meine Person. Noch weiß meine Nachkommenschaft nicht viel über Internet-Trolle und verbringt ihre freie Zeit mit Wichtigerem, als auf Kommentare wie Ihre zu antworten. Es liegt in der Natur der Sache, dass Eltern Entscheidungen für ihre Kinder treffen und dabei natürlich, die Überzeugungen und Haltungen der Eltern eine Rolle spielen. Bei Muslimen, wie bei Nicht-Muslimen.

            Wie gesagt, es ist relativ fruchtlos mit Ihnen eine Diskussion zu führen. Aber nur noch ein letzter Punkt, weil ich da wirklich fast vom Stuhl runtergefallen bin, als ich das gelesen habe:
            “Ihr Problem ist, daß Sie die Verallgemeinerungsperspektive (wie soll ein Bademeister DAS Kontrollieren, Ihre Kinder in fetten Boxershorts und knielangen T-Shirts zulassen, und die Schmutzfinken-Rüpel in gleicher Aufmachung zurückweisen?) negieren, und das deutsch-europäisch Allgemeine nur als falschen, zu BESEITIGENDEN Widerspruch zu Ihrer Privatperspektive (ist doch alles frisch gewaschen …) sehen können.”
            Dieses ewig vorgeschobene Pseudo-Argument der Hygiene, wenn es um längere Badekleidung geht….
            Meiner Meinung nach lässt sich die Sauberkeit in der Tat nicht gut vom Badepersonal kontrollieren. Damit man das jetzt verstehen kann, muss ich -entschuldigen Sie- explizit werden: Stellen Sie sich vor, jemand hat nach einem dem Baden vorausgehenden Toilettenbesuch seine Intimsphäre nicht richtig gesäubert.
            [Randnotiz: Das hierzulande übliche Reinigen mit Toilettenpapier ist meiner Meinung nach unzureichend. Die im Islam vorgeschriebene persönliche Hygiene fordert das Reinigen mit Wasser, ansonsten darf in diesem Zustand kein rituelles Gebet stattfindet. Dh. das Reinigen mit Wasser nach einem Toilettenbesuch ist ZWINGEND vorgeschrieben, nicht im Koran, sondern in der Sunnah.]
            Zurück zur Sache: Besagte Person, geht also in diesem Zustand in die Dusche, lässt einmal kurz Wasser über ihren Körper laufen und geht dann ins Schwimmbecken. Ich wage mal zu behaupten, Vorkommnisse wie diese sind keine Seltenheit. Wie, ja wie, soll ein Bademeister DAS jetzt überprüfen? Das ist in der Tat ein Problem, ganz unberührt davon, ob diese Person nun einen Bikini, lange Shorts oder ein knappes Badehöschen trägt…Ich versuche über diese Sachen nicht viel nachzudenken, wenn ich schwimmen gehe und bilde mir einfach ein: das Chlor wird’s schon richten…

            Ihr Fazit aus dieser ganzen Diskussion, ist sehr entlarvend….:
            Ich müsse “sowohl die Vielfalt der Lehr- u-. Lernziele je Unterricht(seinheit) als auch weitere, schlicht geübte Praktiken des hiesigen Lebens akzeptieren, – oder gehen bzw. erhebliche Sanktionen in Kauf nehmen.”

            Es gibt tatsächlich Leute wie Sie, die meine, andere müssten ihre Interpretation der Lehr- und Lernziele akzeptieren, oder “gehen”. Alleine die Stimmen anderer Diskussionteilnehmer hier haben aber gezeigt, dass ihre Interpretation der Lehr- und Lernziele nicht von allen geteilt wird. Und was mich am allermeisten interessieren würde: Wohin sollte ich bitteschön gehen?!
            Schauen Sie sich an, woher die in Deutschland lebenden Muslime kommen, und Sie werden die meisten von ihnen nicht mehr irgend wohin zurückschicken können weil:
            1. Sie seit mehreren Generationen schon hier leben und de facto in Deutschland mehr zu Hause sind als im Land ihrer Großeltern oder Eltern.
            2. Sie aus einem Land kommen, welches aufgrund der westlichen Interventionen komplett zerstört wurde oder immernoch zerstört wird.
            3. Sie sog. Biodeutsche sind….

            Der Rest der Muslime, der vielleicht noch einen Ort zum “Zurückgehen” hätte, muss sich zum Glück nicht an Ihrer Vorstellung orientieren, wo sie am liebsten zu leben haben. Das regelt in Deutschland das Zuwanderungsgesetz. Dort steht drin, unter welchen Umständen jemanden nach Deutschland kommen darf bzw. bleiben darf. Und von vorbehaltloser Identifikation mit knappen Badekleidungen habe ich dort noch nie was gelesen.

  • Liebe Frau besorgte Mama,

    sind Sie eine Konvertitin?

    Gruß
    Chaim

  • @Chaim: ich verstehe nicht so recht, was das zur Sache tut….

  • Ich begrüsse natürlich den Ansatz, dass der Schwimmunterricht in erster Linie dem Schwimmenlernen dient, und deshalb auch ” in einem *von ihnen für angemessen* gehaltenen Rahmen” gelernt werden kann. Das ist tatsächlich wichtig.
    Die pädagogische Seite einer Integration, das Vermeiden von “Spiessrutenlaufen” halte ich allerding für genauso wichtig. Wer seinen Kindern das nicht ersparen zu können meint, sei es aus religiösen oder anders weltanschaulichen Motiven, erfährt bei den Heranwachsenden dann später des Öfteren eine totale Ablehnung seiner Ideologie.
    Ein Nichtdazugehören kann zu vielen Problemen bei Jugendlichen führen, die sich später weder Ihrer Herkunftsgruppe, noch dem realen Lebensumfeld zuordnen können.
    Das gilt durchaus nicht nur für Jugendliche mit sogenanntem Migrationshintergrund, sondern auch, wenn die Eltern Radikalökos oder Sektenfreaks waren.
    Ich nehme an, dass Sie sich auch darüber “sorgen” und wünsche Ihnen viel Erfolg bei den richtigen nötigen Kompromissen.

    • 1. Satz d’accord wobei aber dem von Eltern für “angemessen” gehaltenen “Rahmen“ enge Grenzen gesetzt sind und auch gesetzt sein dürfen/müssen! Letztes Wort FÜR ALLE hat die zust. Bildungsbehörde!

      “Die pädagogische Seite einer Integration, das Vermeiden von „Spiessrutenlaufen“ halte ich allerding für genauso wichtig. Wer seinen Kindern das nicht ersparen zu können meint, sei es aus religiösen oder anders weltanschaulichen Motiven, erfährt bei den Heranwachsenden dann später des Öfteren eine totale Ablehnung seiner Ideologie.”
      Das sind zwar wichtige Aspekt (z. B. im Rahmen eines wertanalytischen Eval-Sheets nach VDI o. sowas), ist mir aber viel zu dünn, um eine solche Strecke vom “Spiessrutenlaufen” (SRL) bis zu einer eventuellen Abwendung von elterlicher “Ideologie” im Alter der Verselbständigung/Emanzipation von den (vom) Eltern(haus) zu durchmessen: SRL-Gefühle können in jeder Situation auftreten, wg. eines Bikinis oder auch wegen dessen Gegenteils.
      Da sieht man die Pädagogik in der Pflicht, sowas soweit wie möglich zu verhindern, – was sie aber nie ganz kann und dem sie sich auch nicht zum 100%igen Sklaven machen sollte, u. a. weil eben AUCH zu LERNEN IST, daß und wie ein Widerspruch zu den NORMEN DER ANDEREN (der dem SRL ja je zugrundeliegt) AUSGEHALTEN werden und VERARBEITET werden KANN!
      SRL ist nie ganz auszuschließen, weil sich die Normensysteme der Kinder u. Jugendlichen qua Entwicklung ja auch ständig verschieben, so daß unter ihnen auch immer wieder Outsider/Asynchronien/Anachronismen entstehen. (Z. T. entwickeln KuJ, aber auch Erwachsene, – gerade nicht um eines je außerhalb ihrer selbst bestimmbaren Sinnes/Zweckes (Funktionalnormen) – , Normensysteme sui generis, – UM sich abzugrenzen, UM NORM ZU SETZEN, als Selbstzweck usw.)

    • Lieber Bernd,
      in einem Punkt haben Sie mich missverstanden. Ich meinte, wenn es beim Schwimmunterricht vorranging um das Schwimmen geht, könnten Eltern die im gemischtgeschlechtlichen Schwimmunterricht in der Schule nicht den geeigneten Rahmen dafür sehen STATTDESSEN ” ….privat dafür sorgen, dass ihr Kind in einem *von ihnen für angemessen* gehaltenen Rahmen das Schwimmen lernen.”
      D.h. in vielen Schwimmvereinen hat man mit Menschen zu tun, die kein Problem damit haben, wenn die Kinder längere Badekleidungen anhaben. Und den Zeitpunkt des Schwimmkurses können die Eltern selbst bestimmen. Dh. ich kann mein Kind schon im Kindergartenalter zum Schwimmverein schicken und nicht erst auf den Schwimmkurs der Schule im z.B. 4 Schuljahr warten.

  • An meiner Schule wurde der Schwimmunterricht ab der der 4. Klasse getrennt. Und ich fand das gut so, allein unter Mädchen kann man sich eben doch freier verhalten. Grade mit Beginn der Wachstumsphase diverser Körperteile, in Kombination mit Badeanzug fänd ich gemeinsamen Schwimmunterricht furchtbar.
    Und ich seh das Problem nicht, warum nicht jeder selbst seine Bademode bestimmen kann? Soviel Empathie kann man doch entwickeln, dass man es den muslimischen Frauen ohne Missbilligung erlaubt, geeignete Schwimmkleidung zu tragen.

    @dos, Sie scheinen ja Modeexperte zu sein und sprechen natürlich in der Meinung aller…. Und Bikinis sind auch nicht nützlich in Kategorie Sportlichkeit und trotzdem erlaubt…und seit wann sind den bitte burkinis oder t-shirts wie sie z.B. Surfer tragen an sich und für Wasserqualität hinderlich? : D
    Und ob jemand aus Glaube oder Überzeugung handelt, die nicht im Koran verankert ist, spielt für mich auch keine Rolle. In der Bibel steht auch nirgends du sollst keine Kinder essen, und wir tun es trotzdem nicht.

    Daher plädiere ich für mehr Toleranz und Bereitschaft Kompromisse zu finden.

    • Danke Bubbletoe, Sie sprechen mir so was von aus der Seele…..Sagen Sie, sind Sie vielleicht eine verkappte Islamistin, ohne es selbst gemerkt zu haben 😉
      LG

    • “An meiner Schule wurde der Schwimmunterricht ab der der 4. Klasse getrennt.”

      Man kann auch ganz auf schulische Koedukation verzichten, – das ist durchaus im Rahmen europ.-dt’er Pädagogik, – aber gerade beim Schwimmen (oder Klassenfahrten) ist das nicht immer so leicht möglich/so sinnvoll:
      Mädchen-/Frauen- und Jungs/Männer-Zeiten in den Bädern (Herbergen) behindern den spontanen Besuch für Nicht-Schulklässler, setzen bei jedermann Planung, i. d. R. auch des Personals, nach Geschlecht, voraus, schließen auch geplante Gemischtbesuche zu oft aus usw.
      Und dem Verzicht auf Koed im Schulischen engeren Sinnes sollten erweiterte Begegnungsgelegenheiten, auch im Sinne von An-/Herausforderungen, im erweiterten Schul- u. m. o. w. institutionellen Jugend-Bereich gegenüberstehen.

      “Und ich fand das gut so, allein unter Mädchen kann man sich eben doch freier verhalten. Grade mit Beginn der Wachstumsphase diverser Körperteile, in Kombination mit Badeanzug fänd ich gemeinsamen Schwimmunterricht furchtbar.”
      Manche Mädchen finden aber nicht nur die Freiheit unter Mädchen gut, sondern auch den, wenn auch sehr indirekten, Bezug auf Jungs als Jungs spannend.
      Was würde Ihren Vorrang vor den anderen begründen?

      “Und ich seh das Problem nicht, warum nicht jeder selbst seine Bademode bestimmen kann? Soviel Empathie kann man doch entwickeln, dass man es den muslimischen Frauen ohne Missbilligung erlaubt, geeignete Schwimmkleidung zu tragen.”

      Da sind wir über den pädagogischen Rahmen raus, a) im Bereich des praktischen Allgemeinen, siehe meine Bademeister-Anmerkung in meiner jetzt, 6:12 Uhr, letzten Antwort auf b-mama, und b) im Bereich der Alltagsnormen: Selbst wenn es eine hygienisch einwandfreie Vollbedekung gibt, siehe auch die entspr. Voll-Suits der Leistungsschwimmer von Beruf bis Sport (zumindest die Sportiven verbergen den “Beginn der Wachstumsphase diverser Körperteile …” gerade NICHT!), sind Bäder in hiesiger Kultur durchaus auch Stätten bewußter Begegnung mit “Körper”, dem eigenen in den Augen der anderen und dem der anderen in den eigenen Augen, gerade auch über Geschlechter- aber auch über Altersgrenzen (informelle Senioren-Gruppen usw.) hinweg.

      “In der Bibel steht auch nirgends du sollst keine Kinder essen …”
      Sind Sie da sicher?
      In Hesekiel 19 jedenfalls wird das Kinderfressen (aus Not) den ABTRÜNNIGEN (vom Herrn Zebaoth) an den Hals gehängt. Zusammen mit den allgemeineren Vorschriften sagt die Bibel wohl sehr deutlich: DU sollst keine Kinder essen (wohl aber die Feinde des HERRN und seines Volkes in ihrer vom HERRN geschickten NOT).
      Siehe zur Absicht bei der Frage nach Koran-Fundierung meine Antwort an b-mama.

  • @besorgte_mama
    Als Lehrer und mithin Schwimmlehrer kann ich Ihnen nur vollkommen Recht geben. Es sollte zum Wohle der Kinder und Jugendlichen stets ein Ausgleich hergestellt werden.
    Was ist die sogenannte Freiheit denn wert, wenn ich nicht einmal meine Bekleidung selbst wählen kann? Und was sagt das über die Jugend aus, wenn man sofort zum Außenseiter wird, nur weil man etwas anders macht?

    @dos So ein zusammengesponnenes Geschwurbel habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
    …sondern AUCH darum, den Körper als solches, – auch als geschlechtlichen, m. o. w. nackten usw. -, als sozialen Gegenstand in jungen Peer-Gruppen zu konstituieren… So ein Unfug!
    Selbstverständlich ist das Schwimmenlernen als Ziel an erster Stelle zu nennen, darüber hinaus sind Spaß, Bewegungserfahrung und Sport zu nennen. Die Schwimmbekleidung mag bei Jugendlichen und sonstigen Konsumlemmingen sicher wichtig sein, spielt bei diesen Zielen jedoch absolut keine Rolle. Vielleicht wäre der Ansatz richtiger, dieses dogmatische Denken in Frage zu stellen, anstatt Anpassung zu fordern.
    Die von Ihnen so hoch gehaltenen Sozialisationsziele machen Sie daran fest, dass die Jugendlichen gerne posieren oder sich vor allen nackt zeigen? Meinen Sie das ernst? Und was ist mit den Ganzkörperanzügen der Hochleistungsschwimmer? Sind die etwa prüde?

    • Danke Nofate. Ich schöpfe Hoffnung aus der Tatsache, dass man noch auf solche Lehrer wie Sie treffen kann. Wie gesagt, wenn ich in Fragen Schwimmunterricht mit jemanden zu tun haben sollte, der die Haltung von (ich vermute mal Herrn) dos hat, dann würde ich definitiv versuchen, meine Kinder (egal ob Junge oder Mädchen) vom Schwimmunterrricht zu befreien.

    • “Als Lehrer und mithin Schwimmlehrer …”

      Hm, Lehrer sind auch (zwingend) Schwimmlehrer?

      “… kann ich Ihnen nur vollkommen Recht geben. Es sollte zum Wohle der Kinder und Jugendlichen stets ein Ausgleich hergestellt werden.”

      Der sicher wünschenswerte “Ausgleich” kann nur über geklärte Positionen erfolgen, – alles andere bleibt Phrasengedresch.

      “Was ist die sogenannte Freiheit denn wert, wenn ich nicht einmal meine Bekleidung selbst wählen kann?”

      Umgekehrt: weil Sie sich einem Allgemeinen in weniger relevanten Fragen, z. B. der Kleidung, unterwerfen, geniessen Sie RELEVANTE Freiheiten/Rechte als Person, Staatsbürger usw. Das ist in nahezu allen Kulturen so.

      “Und was sagt das über die Jugend aus, wenn man sofort zum Außenseiter wird, nur weil man etwas anders macht?”

      Das ist eine übliche und offenbar auch notwendige, in aller Regel aber sehr vorübergehende Erscheinung bei Kindern u. Jugendlichen im Zusammenhang der normativen Erprobung u. norm. Entwicklung.
      Vergl. meine Antwort an bernd.
      Zu fragen wäre, was von einem “Lehrer” zu halten ist, dem solche sozial- u. entwicklungspsychologischen Selbstverständlichkeiten zur Frage gereichen “was das über die Jugend” aussagt, – immerhin sein Berufssujet, das er unter “Konsumlemminge” subsumiert?

      “Selbstverständlich ist das Schwimmenlernen als Ziel an erster Stelle zu nennen, darüber hinaus sind Spaß, Bewegungserfahrung und Sport zu nennen.”

      Vermutlich alle drei letzteren Topics, zumindest zwei davon, dürften rasch in knielangen Shorts und Riesen-T-Shirts ersaufen, wenn b-mama auf dem ihr “angemessen erscheinenden Rahmen” bestehen könnte.
      Und was den Spaß angeht, so ist das Spiel, auch das mit dem eigenen Körper in der Öffentlichkeit, eine Kunst, die hier erlernt werden kann und muß. Das Wasser setzt uns in jedem Fall, ob bekleidet oder nicht, ziemlich intimen Empfindungen aus (z. B. auch vorgeburtlichen) . Diese Momente mit anderen, z. T. sogar Unbekannten in irgendeiner Weise ‘teilen’ zu können (und sei es als bloße Unvermeidlichkeit), ist Voraussetzung der Freiheit zum Wasser-Spaß, – nicht nur für Kinder u. Jugendliche!

      “Die Schwimmbekleidung mag bei Jugendlichen und sonstigen Konsumlemmingen sicher wichtig sein, spielt bei diesen Zielen jedoch absolut keine Rolle.”
      Eben nicht. Siehe oben hier, und die anderen Kommentare.
      Als Ergänzung zu den allgemein-praktischen Aspekten:
      Nicht wenige Badeanstalten akzeptieren keine Shorts als Badekleidung mehr, seit sich signifikante Besserung der Keimbelastung des Wassers unter klass. Badekleidung ergab.

      “Vielleicht wäre der Ansatz richtiger, dieses dogmatische Denken in Frage zu stellen, anstatt Anpassung zu fordern.”

      Ich fordere zunächst integren Diskurs und nicht Anpassung a priori.
      Die steht lediglich als EIN Ausgangspunkt (von zweien) in der Diskussion. Lassen Sie Phrasen zu angeblicher Dogmatik einfach weg.

      “Die von Ihnen so hoch gehaltenen Sozialisationsziele machen Sie daran fest, dass die Jugendlichen gerne posieren oder sich vor allen nackt zeigen? Meinen Sie das ernst?”

      Letzteres müsste ich SIE fragen, bzw. wie KRANK SIE denn sind, – und dabei auch noch Lehrer!

      “Und was ist mit den Ganzkörperanzügen der Hochleistungsschwimmer? Sind die etwa prüde?”
      Nee, siehe vorgängige Kommentare von mir, aber was ganz wenige, hoch engagierte Leute mal in so’nem Becken machen, kann man nicht zwingend für ALLE Nutzungen zulassen, – und diese hautengen Dinger treffen eben auch längst nicht alle Verhüllungsbedürfnisse.

  • Solange b-mama ihre vermutlich wohlverdiente Ruhe genießt, noch schnell zum Artikel selbst:

    Ob sich da ein statistisches Artefakt abbildet (vermehrt muslime Herkunft unter den Nicht-Schwimmunterichteten, weil der S.-Unterricht in benachteiligten Gegenden/Vierteln öfter als in gutsituierten ausfällt, – und Muslime eben eher in benachteiligten Vierteln wohnen (wobei “benachteiligt” für viele Zustände ein glatter Euphemismus ist!) ), – dieser sicher ganz ausgezeichneten Frage im Sinne Gigerenzers müßten Sie natürlich mit statistischen Methoden nachgehen. Sofern Sie Rohdaten oder Studien dazu haben – nur her damit, im Rahmen von AkriSt (Amt für kritische Statistik) würde ich mich dessen durchaus annehmen.

    Zuschriften wie von b-mama, sowie Gerichtsverfahren u. ä. dazu, deuten allerdings durchaus auf einen direkteren und mengenmäßig/statistisch evtl. relevanten Zusammenhang zw. Einstellungfragen/Weltanschauungen/Religion(en) und Enthaltung vom S.-Unterricht hin.

  • Zitat aus der MLD-Studie:

    “Als problematische Bereiche stellen sich der Schwimmunterricht
    und die Klassenfahrt bei muslimischen Mädchen dar,
    von denen immerhin ein Anteil von 7 Prozent bzw. 10 Prozent
    diesen Angeboten fern bleibt. Die im Vergleich zu den muslimischen
    Jungen geringere Teilnahme der Mädchen ist statistisch
    signifikant, so dass auf eine geschlechterbedingte Ungleichbehandlung
    von muslimischen Mädchen bezüglich dieser beiden
    schulischen Unterrichtsformen geschlossen werden kann.”

    Wo bei eben entgangener S.-U. , der deshalb nicht angeboten wurde, weil sich die Schulen keinen Ärger einhandeln wollen/sich angesichts der religiös-ethnischen Zusammensetzung der Schülerschar von einem Angebot nichts versprechen, gar nicht erst quantifiziert wurde/werden kann.
    Rechnet man die musl. Mädchen dazu, denen dieser Unterricht entgeht, weil das Angebot aufgrund dieser Querelen erst gar nicht entstand, auf welchen Anteil musl. Mädchen ohne jeden bzw. ohne gemischten S.-U. wird man dann wohl kommen?

  • @ besorgte_mama; nein keine verkappte Islamistin :), sondern eine junge deutsche Christin, die sogar, im Gegensatz zu den meisten “Bewahrern der christlichen Kultur Europas” die Bibel gelesen hat.

    @ Notfate; leider gibt’s kein Likebutton, sonst hätt ich ihn gedrückt 😀

    @dos: Sie haben jetzt jeden genügend bewiesen, dass Ihre Sprachkenntnisse makellos sind, vielleicht könnten Sie in Ihrem nächsten Post sich mehr um den Inhalt bemühen.
    Ihre gepostet Studien zeigen doch nur die aktuelle Situation auf, dass es diesbezüglich noch immer Schwierigkeiten gibt, geeignete Kompromisse zu finden.

    Und sehr gespannt bin ich auf Ihre Antworten zu den formulierten Fragen Ihrer Behauptungen, bspw. in Sachen Hygiene.

    Und es zeugt meiner Meinung nach auch von Intelligenz, wenn man sich auf das passende Sprachniveau einlässt. Sie formuliere ja hier keine Seminararbeit. Ihre Post weisen schwache Argumente in komplexer Verpackung auf.

  • “@dos: Sie haben jetzt jeden genügend bewiesen, dass Ihre Sprachkenntnisse makellos sind, vielleicht könnten Sie in Ihrem nächsten Post sich mehr um den Inhalt bemühen.”
    Wo fehlt der denn, der Inhalt, – wie wär’s mit INHALTLICHER NACHFRAGE Ihrerseits?

    “Ihre gepostet Studien zeigen doch nur die aktuelle Situation auf, dass es diesbezüglich noch immer Schwierigkeiten gibt, geeignete Kompromisse zu finden.”

    Also die MLD-Studie ist im ARTIKEL von fak ein/der wichtige/r Zentralpunkt.

    Und ER hat eine These dazu , die bei weitem nicht “doch nur die aktuelle Situation auf[zeigt], dass es diesbezüglich noch immer Schwierigkeiten gibt, geeignete Kompromisse zu finden”.

    “Und sehr gespannt bin ich auf Ihre Antworten zu den formulierten Fragen Ihrer Behauptungen, bspw. in Sachen Hygiene.”

    Schön, dass ich Spannung erzeugen konnte. Siehe die Kommentare.

    “Und es zeugt meiner Meinung nach auch von Intelligenz, wenn man sich auf das passende Sprachniveau einlässt. Sie formuliere ja hier keine Seminararbeit.”

    Ja, da bin ich ein Dummerchen. Aber mir ist der Inhalt ZUNÄCHST wichtiger als die Form, und für verschiedene Spachniveaus zu schreiben, – da überfordern Sie mich aber!

    “Ihre Post weisen schwache Argumente in komplexer Verpackung auf.”

    Auch dazu würde man sich genauere Begründung wünschen.

  • Warum ist “steigender Flüchtlingszahlen” durchgestrichen?

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  • Die ganze Diskussion geht m.E. am Grundproblem vorbei: Paralellgesellschaft!
    Ausser 3er BMW, Addidas Klamotten und Fitnessstudios besteht keinerlei Interesse an Teilhabe. Kino- Theater- Restaurantbesuche, nur die eignen. Auf der Arbeit keinerlei Problem, aber dann in der Freizeit trennen sich die Wege. Die einen gehen ein Bier oder Cola trinken, die anderen in ihren Treffpunkt zum Tee. Ich wurde nie dazu eingeladen und bekam immer Absage, wenn ich Einlud. Was mich stört, REWE türkische Limo mit Pfand – Türkenladen daneben, gleiche Limo ohne Pfand (auch Wasser). Würden Mädchen Schwimmklassen angeboten, wäre das Problem vom Tisch. Aber immer noch keine Integration erreicht.

    • @ArminR: Wir waren gestern im Kino. (Ich hebe mir die Tickets als Beweis mal auf, wer weiß, vielleicht wird das ja bald überprüft). Es war übrigens ein “normales” Kino. Wir habe keine “eigenen”. Sind wir jetzt integriert?

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  • Moral und Textilien

    Es tut mir leid, doch ich möchte es mal krass sagen: Diese Diskussion hier um die Größe der Bedeckungsfläche von Badetextilien ist doch ein lächerlicher Streit um des Kaisers Bart! Um was geht es eigentlich oder um was sollte es bei der Moral eigentlich gehen? Sollte es denn nicht eher um eine wirkliche Moral gehen und nicht um ein moralisches Getue, also um eine Heuchelei? Und was ist beim Thema „Sexualität“ Moral? Doch nicht, dass ein Mädchen oder eine Frau nicht von „Unbefugten“ angegafft wird, sondern dass Geschlechtsverkehr nur mit einem einzigen Partner stattfindet und das lebenslang, zu “gut deutsch”, dass die echte Monogamie gelebt wird. Und wichtig ist doch dabei: Die muss gerne gelebt werden – denn sonst ist es keine echte Monogamie. Denn wenn ich einen jungen Menschen in einen Turm sperre und diesen ständig bewache, so dass nichts passieren kann, oder wenn ich einem Mädchen “untenherum” alles wegschneide, so dass Sex nur noch schmerzt (die Wunden „da unten“ heilen ja wohl nie richtig zu), dann wird diese Monogamie ja wohl nicht gerne gelebt: Das ist dann Monogamie aus Mangel an Gelegenheit oder aus Mangel am Spaß an Sex überhaupt und eben keine echte Monogamie!

    Und das ist doch sowohl bei unseren westlichen Kulturen wie auch bei der der Moslems heutzutage nicht der Fall, die echte Moral wird einfach nicht gerne gelebt. Wenn bei uns ein Mädchen mit 18 noch Jungfrau ist, so gilt es als fromme Betschwester. Und zu den moslemischen Mädchen vertraute mir einmal ein älterer türkischer Schüler in einem Gespräch unter vier Augen an: “Gerade die Mädchen mit Kopftuch sind alles keine Jungfrauen mehr…” (Siehe hierzu die Statistik der Kondomfirma Durex zur Anzahl der Sexualpartner von 15 – 20-jährigen: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/232298/umfrage/durchschnittliche-anzahl-der-sexualpartner-in-europaeischen-laendern/ – oder wer diese lange Bezeichnung nicht eingeben möchte, der findet die Statistik auch unter: Durex, Sexualpartner, Anzahl, Statistik, Europa. Es ist ja auch nicht neu, dass es Spezialärzte gibt, die den moslemischen Mädchen wieder ihr Jungfernhäutchen einoperieren…) Also ist es bei den Moslems nicht nur nicht besser, sondern sogar noch krasser… Und die moslemischen Männer dürfen sowieso alles! Mich haben mal türkische Busgefährten in der Türkei mit in einen Bordellbezirk genommen: Also mir blieb die Spucke weg, wie üblich und akzeptiert Bordelle in der Türkei sind – bei uns gilt Bordellbesuch dagegen immer noch als anrüchig, so etwas haben nur “armselige“ Männer nötig …

    Und dann kommen diese Menschen und meinen, sich moralisch über uns zu erheben! Die sollen sich lieber mal an der eigenen Nase packen!

    Ja, wie erreicht man nun echte Sexualmoral, also echte Einehe? Hier sitzen wir doch alle – Christen und Moslems und auch Atheisten, die an der Moral ihrer Kinder ein Interesse haben, in einem Boot, hier sollten wir etwas tun, wenn es um Moral geht! Und wie würde eine solche Moral funktionieren? Ganz einfach: Indem wir uns klar machen, dass wir Menschen von Natur aus zumindest zunächst einmal hochmoralische Wesen sind, dass die Sexualmoral also in uns steckt – und dass wir sie nur gerade bei jungen Menschen zur Entfaltung bringen müssen – und nicht durch irgendwelche scheinmoralischen Zwangsmaßnahmen zerstören dürfen. Und was in uns steckt, das sollte uns selbst auch direkt Spaß machen – jedenfalls mehr Spaß als die “Sünde”. Und das geht! Ich habe es ausprobiert bei meiner Pflegetochter, und es hat vorzüglich geklappt, das Mädchen hatte auch noch ihren späteren Mann von der Idee überzeugt – ich weiß also, wovon ich rede.

    Doch erst mal ein wenig “Theorie” und warum ich mich als ehemaliger Berufsschulreligionslehrer (kath., bei uns durften allerdings alle Schüler in diesen Unterricht kommen, also auch Moslems) so einsetze:
    Ganz einfach: Die Mutter einer Schülerin hatte mich vor vielen Jahren an einem Elternsprech­tag einmal nach dem Ziel meines Religionsunter­richts gefragt. Darauf ich, eher flapsig: „Die Mädchen sind doch al­le irgendwie schizophren.“ Sie: „???“ Ich: „Na ja, vor dem Harm­losen und Paradiesischen, bei dem sie auch eine brauch­ba­re Menschenkenntnis mitbekommen und Männer, die in Ord­nung sind oder sein wollen, von einer schönen Moral begeistern könnten, näm­lich vor nackt am Strand, haben sie panische Angst. Doch das Problemati­sche, nämlich den Sex mit nur zu oft fragwürdi­gen Partnern, der ihnen bisweilen auch noch lebenslange Trau­mata beschert, den wollen sie und machen ihn auch.“ „Und“, so die Mutter, „was wol­len Sie jetzt tun?“ Ich: „Dass die Mädchen das jeweils andere ma­chen.“ Die Mutter: „Wenn Sie das schaf­fen, sind Sie gut!“

    Wenn das nicht ein deutlicher und reizvoller Auftrag für ein ganz spezi­elles päd­ago­gisches Engagement war! Und auch noch von einer Mutter, die nun wirklich eine authentische Sorge um die Moral ih­rer Tochter hat. (Viele Moralapostel haben eine solche Sorge ja nicht – für die ist nur wichtig, dass vor allem sie selbst vor anderen moralisch aussehen bei dem, was sie so tun und sagen. Ob das auch wirkliche Moral bringt, kümmert sie nicht im geringsten.) Das Problem ist die Umsetzung: Ein sol­ches Vor­haben hat nur dann eine Chance, wenn es allen Betei­ligten direkt Spaß macht, dabei mitzumachen. Doch gibt es leider eine scheinmoralische Hexenjägermentalität, aus der her­aus die Kombi­nation von Mo­ral und Spaß gerade in der Pädago­gik völli­g unvorstellbar ist: Moral plus Spaß geht einfach nicht! Da wird gleich immer eine besonders abgefeimte Teufelei gewit­tert.

    Ja, darum ging es mir dennoch in meinem Unterricht: Was ist wirklich moralisch, was hat wirklich „moralischen Nährwert“ und was ist nur spießiges oder gar heuchlerisches moralisches Getue?
    Gerade Schülerinnen und auch andere junge Frauen haben mir auf meine Frage, warum Beziehungen auseinander gehen (also auch ihre) und damit die Moral zumindest „angekratzt“ wird, nun gesagt, dass man sich eben unterschiedlich entwi­ckelt und dass es dann irgendwann nicht mehr passt. Meine Gegenfra­ge war dazu dann immer, ob es nicht auch sein kann, dass man am Anfang einer Beziehung einfach nicht genau genug hingeguckt hat? Die Ant­wort: „Ja, das kann es natürlich auch sein.“

    Das Problem ist also, wie bekommt man die jungen Leute da­zu, gerade am Anfang genauer hinzugucken? Mir war nun aufge­fal­len, dass hier die Mädchen für den ers­ten Sex weitestgehend nicht so genau hingucken, wer der Partner ist. Es sieht so aus, als ob die Jung­fernschaft für sie ein völlig überflüs­siger betschwes­tern­from­mer Ma­kel ist und als ob sie´s ein­fach nur „hin­ter sich ha­ben“ woll­ten, die­sen „Makel“ los zu sein. Also geben sie sich gar keine große Mühe, für´s „erste Mal“ genauer hinzugucken. Da­gegen wür­den die­selben Mäd­chen für „para­diesi­sche Er­lebnis­se“, die erst einmal sein sollen und für die ich daher plädie­re (und die sich sogar biblisch begründen lassen!), un­ver­gleichlich kriti­scher hingucken. Ja, sie würden hier sogar so kri­tisch sein und alles genau von dem „Be­treffenden“ wis­sen wollen, so dass der­jenige, den sich sich da­für aussuchen, im Grunde schon ein ge­eigneter Ehepartner sein könnte. Es würde also zu sehr guten Ge­sprächen der jungen Leute miteinander kommen – ganz an­ders als wenn es um den Sex ginge. Vor allem wä­ren dann nicht mehr Angst vor Strafe und vor einem schlechten Ge­wis­sen die Triebfeder morali­schen Handelns, son­dern die Angst, et­was schö­nes Para­diesi­sches, das auch durch­aus noch wahn­sinnig be­rauschend sein kann, zu ver­passen. Und diese positive Motivation ist für mo­rali­sches Handeln eine unver­gleichlich stär­kere Triebfe­der als alle diese negativen Moralpredigten, etwas nicht tun zu dürfen. Vor allem lässt sie den jungen Men­schen auch regel­recht kreativ wer­den, das Positi­ve auch tatsäch­lich zu erreichen und zu erleben! 

    Jedenfalls ist meine Rechnung, dass junge Menschen mit der Me­thode „Zuerst einmal Spaß mit Paradieserlebnissen“ genauer hinzugucken bei der Erziehung meiner vietnamesischen Pflegetochter voll aufgegangen. Ich bin dabei ganz einfach davon ausgegangen, dass unschuldige Paradieserlebnisse mit mir als Vater dem Mädchen nicht nur soeben Spaß machen, sondern bei ihm auch noch eine Art Adrenalin („Dopamin“) erzeugen, das im chemischen Aufbau wie in der Wirkung eine Droge ist (jetzt aber eine ungefährliche eigenerzeugte, siehe hierzu das Buch von Josef Zehentbauer „Körpereigene Drogen“.) Und wie das so mit Drogen ist, verlangen die nach Wiederholung – und auch nach noch schönerer Wiederholung. Ich bin nun ein alter Mann – und ich kann mir ausrechnen, dass meine Tochter diese „körpereigenen Drogenerlebnisse“ natürlich mit einem jungen Mann und erst recht mit einem, den sie als Lebens- und Liebespartner haben möchte, noch lieber praktizieren möchte. Mein Tipp also an sie: Suche dir einen Freund, mit dem du zuerst einmal so etwas erleben kannst!

    Bei der Vermittlung von Paradieserlebnissen an Mädchen kommt also den Vätern eine ganz wichtige Rolle zu. So hatte ich also versucht, bei einem schönen Ferienaufenthalt am Atlantik dem Mädchen das Schwimmen beizubringen, indem ich es erst einmal mit einer Hand unter seinem Bauch über Wasser gehalten und es dann auch schon mal hoch gehoben und ins Wasser geworfen habe, so dass es so richtig Spaß hatte. Dabei waren auch wir beide splitternackt wie die kleinen Jungen und Mädchen um uns herum, die plötzlich da waren (wie kleine Engelchen, da war wohl ein wilder FKK) und die uns zusahen und gute Ratschläge gaben. Jedenfalls hatte diese „Spaß-an-der-Moral-Taufe“ (um sie einmal so zu nennen) meiner Tochter offensichtlich so großen Spaß gemacht, so dass genau das eingetreten ist, was ich vorhergesehen hatte, sie hatte den perfekten Filter in sich, die für sie passenden von den unpassenden Männern zu unterscheiden. Ja, sie hatte mit den Männern alles richtig gemacht – ohne dass ich sie einsperren oder mit Moralpredigten belästigen oder auch ihr nur hinterherspionieren musste. Auch hatte sie später nie Probleme, dass sie von Männern belästigt oder unziemlich angebaggert wurde, sie muss „auf diese Weise“ eine natürliche Moral mitbekommen haben, dank derer sie so eine Ausstrahlung hatte, dass sich niemand so etwas überhaupt traute. Irgendwie ist das mit ihr, ja mit meiner kleinen buddhistischen Vietnamesin, schließlich alles noch viel einfacher und besser gelaufen, als ich mir das vorher denken konnte. So einfach und unverkrampft kann also die Erziehung eines Mädchens im Hinblick auf Moral sein – eben nur „gewusst wie“!

    Im Schwimmunterricht in der Schule hatte sie natürlich einen Badeanzug, allerdings einen geschenkten gebrauchten und eher sogar schäbigen einteiligen, nicht wegen der Moral (denn die zu zeigen hatte sie ja nicht nötig), sondern um ihrer Verachtung der Bikinizwänge ihrer Kameradinnen auszudrücken. Da war allerdings keine Hochnäsigkeit an ihr, denn Hochnäsigkeit ist immer etwas Unechtes, bei ihr war etwas wirklich Echtes, so eine Art innerer Adel. Dafür gibt es dann eher Bewunderung.

    Stolz erzählte sie mir auch einmal, dass während ihrer Ausbildung ein anderer Auszubildender, den sie ansonsten nur flüchtig kannte, zu ihr gekommen sei und sie gefragt hätte, ob stimme, was man sich von ihr erzähle, dass sie keinen Sex vor der Ehe wolle, doch keine Probleme mit „nackt am Strand“ hätte. Sie hätte ihm das gerne bestätigt. Jedenfalls hat sie mit dieser Methode schließlich einen guten Partner gefunden ohne die oft leidvollen „Beziehungskisten“ mit anderen Männern – und sie hat heute eine wunderbare kleine Familie.

    Ja, das ist es doch: Eltern glauben immer, ihre Töchter bewahren zu müssen und sind daher in ständiger Sorge, nicht nur, dass ihnen jemand etwas tut, sondern dass einer auch nur ihren Körper anglotzt. Dass es jedoch schließlich aus ihren Töchtern selbst „herauskommt“, dass sie es also sind, die „damit“ anfangen, und nur zu oft sogar mit einem Jungen oder Mann völlig unter ihrem Niveau und dem ihrer Familie, das bedenken sie nie. Also: In einer vernünftigen Pädagogik werden gerade Mädchen auch vernünftig vorbereitet, so dass sie ihr junges Leben vernünftig anpacken können. Daher dieser mein Ansatz. (Und intelligenzfördernd ist der auch noch: Denn wenn ein junger Mensch merkt, dass es sich lohnt, in den wichtigsten Sachen für ihn, nämlich in der Moral und in der Partnersuche, das Gehirn zu gebrauchen, dann wird er das auch woanders tun!) Hinweis: Wichtig ist die praktische Erfahrung, damit das Spaß-an-der-Enthaltsamkeits-Dopamin auch wirklich produziert wird! Und wenn es für ein Mädchen keinen geeigneten Vater gibt, der dabei mitwirkt, dann sollte es geeignete Jungen suchen, die diesen unschuldigen Spaß mitmachen – ein harmonischer Umgang mit Mädchen ist doch mal was für die leibseelische Gesundheit der Jungen und für ihre Heilung vom Machismo!

    Ob Muslime diesen Ansatz auch hinkriegen? Ich wage das doch sehr zu bezweifeln. Denn der Islam ist nun einmal durch und durch eine Religion, die den Menschen keine bewusste Moral zutraut, und die auf Zwängen und Ängsten und Hoffnungen auf ein jenseitiges Paradies und auf Folklore aufgebaut ist. Doch vielleicht geschehen ja Wunder? In unserem Christentum ist vieles sicher genauso, irgendwie sind hier alle mir bekannten Religionen gleich, weil sie an Menschen mit Schuldgefühlen mehr Interesse haben als an Menschen, die von Anfang an alles richtig machen und daher keine Schuldgefühle brauchen. (Schuldgefühle sind ja das Geschäftsmodell aller Religionen, jedenfalls der allgemein bekannten.) Doch kann ich als Theologe mit gutem Gewissen sagen, dass das in unserem christlichen Glauben alles Verfall ist, der wirkliche Jesus, so weit wir ihn heute zumindest an den Hochschulen erfahren, wollte genau eine solche typische Religion nicht, sondern etwas völlig anderes … Wir sollten uns auch bewusst machen: Unsere heutigen Taufen sind im Prinzip alle ungültig, ob mit und ohne Untertauchen, ob mit Wasser nur über den Kopf schütten oder über den ganzen Körper: Gültige Taufen müssen nackt stattfinden – und auch nicht schon bei Babys, sondern bei denkenden jungen Menschen (so wie ich es gemacht hatte). Sie müssen begreifen, dass sie für eine echte Moral keine Verklemmtheitsfetzen brauchen, seien es Burkas oder Bikinis oder Feigenblätter (das sind doch alles nur quantitative aber keine qualitativen Unterschiede) sondern eine „Rüstung heiligen Geistes“. (Ich schreibe “heiligen” bewusst klein, denn ich denke hier nicht an eine “göttliche Person”, sondern an ein höchstmögliches und höchstmoralisches, eben “wirklich heiliges” Denken. Und machen wir es uns einmal klar: Wenn eine gottwohlgefällige – oder allahwohlgefällige – Moral nur mit Bikini oder Burka möglich wäre, dann hätte ER uns diese Textilien bei unserer Geburt mitgegeben – hat ER aber nicht!)

    Und vielleicht interessiert es ja auch, wie ich zu dem Mädchen gekommen bin? Vielleicht war das ein Zufall, vielleicht aber auch mehr? Bei einer Reise nach Vietnam mit einem Freund und Kollegen wurden wir jedenfalls schon mal auf der Straße von Schulmädchen angesprochen, die an uns ihr Englisch ausprobieren wollten. Und eins davon nahm uns dann auch mit nach Hause, um uns ihren Eltern und Geschwistern vorzustellen. Ich habe hier recht schnell so etwas wie einen Vorschlag Gottes gesehen: „Deine Ideen sind ja sehr gut – nun zeige mal, wie hervorragend die sich in die Praxis umsetzen lassen!“ Also habe ich mich darauf eingelassen …

    Und zum Schluss noch zu den Schwierigkeiten der Umsetzung in die Praxis. Erich Fromm hatte ein Buch geschrieben „Haben oder Sein“. Es geht darum, dass die allermeisten Menschen nicht aus dem leben, was sie sind, sondern was sie haben (oder besitzen). Er kommt hier auf das tolle Auto, die tollen Klamotten, die toll aussehende Frau, den tollen Beruf und Titel des Ehemannes, die oft sehr fragwürdigen tollen Glaubenslehren in ihren Köpfen. Ich möchte dem noch hinzufügen: Nicht nur die tollen Klamotten, sondern überhaupt Klamotten (dort, wo sie eigentlich gar nicht nötig sind) wie Burka oder Bikini. Doch es gibt auch Menschen, die sich hier von vielem befreien können. Einer befreundeten Familienmutter habe ich einmal gesagt, dass ich schon irgendwie stolz bin, der „Verursacher“ zu sein, dass sie auf ihre Badesachen verzichten kann und auch noch in meiner Anwesenheit. Ihr Kommentar dazu: „Das mache ich nicht wegen dir, das mache ich wegen des Menschseins.“ (Mein Gedanke dazu: Das ist ja noch besser. Ob das nicht genau das ist, was Erich Fromm meinte?)

  • Im Artikel gefallen mir manipulative Tricks nicht. Natürlich ist der Schwimmunterricht kein oberstes Gebot der Integration hier. Aber ebenso natürlich ist diese Behauptung hier absichtlich eine krasse Übersteigerung der Positionen derer, die der Artikel angreifen möchte. Man malt doch gern einmal einen Teufel an die Wand und verhaut diesen dann statt sich mit echten Argumenten echter Meinungsgegner auseinandersetzen zu müssen.

    Ich kann akzeptieren, dass es Mädchengruppen und Mädchenklassen gibt, ja sogar Mädchenschulen. All das war und ist auch heute im aufgeklärten Europa nicht so selten und nicht so abartig, wie das manche vielleicht denken mögen. Ich beliefere zum Beispiel auch viele reine Mädchenschulen mit Schulbüchern und höre von den Lehrerinnen dort, dass diese Mädchen überdurchschnittlich gute Chancen später auf einen guten Bildungsgrad und auch auf eine funktionierende glückliche Familie haben. Nebenbei: Diese Privatschulen nehmen absichtlich auch arme Kinder auf. Also kann ich mir auch reine Mädchengruppen für den Schwimmunterricht vorstellen und habe solche auch schon in Schwimmkursen gesehen, lange bevor die ersten Muslime in meine Heimatstadt zogen. Den Eltern sollte es überlassen sein, wann und wie sie den Kindern die Begegnung mit dem anderen Geschlecht zumuten. Der Staat sollte da weder das Recht der ersten Nacht (furchtbare europäische Tradition, zum Glück überwunden) noch das Recht zur Hirnwäsche und Gleichschaltung von Erziehung haben. Das betrifft heute auch ganz besonders den Genderwahnsinn, der geradezu dogmatisch und fast mit Schaum vor dem Maul in die Kinder hinein geprügelt werden muss, um die klassische Familie als nur noch einen (überholten) Lebensentwurf unter ganz ganz vielen anderen neuen und interessanten Alternativen darzustellen. Mehr dazu erzählt Birgit Kelle auf youtube.

    Ich möchte davor warnen, uns hier in muslimische oder unmuslimische Eltern spalten zu lassen. Meinungen von Pädagogen sind für mich zunächst zweitrangig, da diese viel weniger von den Folgen einer nicht gelungenen Erziehung betroffen sein würden. Der american way mit Pornos, sexueller Früherziehung, der inszenierte fake-Feminismus (Frauen ab in die Produktion – und zwar bis es fast zu spät für Kinder ist!) und Hollywood-Propaganda für Patchwork-Familien, Scheidung und immer wieder neues Glück beim Partnerfang, dazu gezielt Familien zerrüttende oder Wiederherstellung verhindernde Familiengesetze (programmierter Zank um Betreuungsrechte, Unterhalt schaffen kaum günstiges Gesprächsklima) – das sind die Gefahren für die klassische Familie. Darum explodieren Scheidungsraten. Darum zweifeln Kinder an der überhaupt noch möglichen großen und verlässlichen Liebe. Darum wollen sich “Machos” mit erlernten Techniken des Frauen-Aufreißens vor neuen seelischen Verletzungen schützen und fügen diese Seelenschäden nun reihenweise den Opfern ihrer tatsächlich funktionierenden Masche zu. Folge: die so verletzten Mädels reagieren ebenso wie die verletzten Jungs teilweise mit einer ähnlichen Rache am anderen Geschlecht. Nicht gut, diese sich ausbreitende Welle der Zerstörung von Vertrauen und Liebe! Das kann ein ganzes Volk vernichten!

    Nun kommen Musli9me hier her. Wobei ich vorschlage, den Begriff nicht trennend auf arabisch hier zu nennen, sondern die deutsche Begriffsbedeutung “Gott gehorchend” zu verwenden. Vielleicht nehmen wir auch gleich das gewohnte “fromm”. Dann stehen uns diese Menschen automatisch viel näher. Christen sind die Muslime bzw. die Frommen ja sowieso schon, da sie im Prinzip die alte Kirche des Ostens darstellen, welche nun mal zufällig jenseits der Grenzen der beiden römischen Teilreiche lag und sich aus frühchristlichen Gemeinden in Antiochia und anderen ebenso blitzschnell bis Wladiwostok ausgebreitet hat, wie ja auch die Kirchen im Römerreich schnell die Germanenstämme bis in den eisigen Norden hinauf erreichte. Die Spaltung in Kreuz und Halbmond und auch die Kreuzzüge waren ebenso politisch erfolgt wie die davor erfolgte Verteufelung der Arianer oder die Abspaltung der orthodoxen Kirche in Ostrom. Wer den Monotheismus ernst nimmt und die heiligen Schriften sinnvoll nutzt, um mit sich und anderen in Frieden klar zu kommen, der hat einfach mal die Botschaft verstanden. Und ein Teil dieser Botschaft, den muslimische/fromme Familien (auch bei Mormonen, Baptisten, Katholiken usw.) ist nun mal der Erhalt der klassischen Familie und der echten Liebe auf Dauer, weil das dem Kindeswohl und der Befähigung der nächsten Generation zu echter Liebe am besten dient. Nun gibt es also verschiedene diskutierte Wege hin zu diesem Ziel. Einer soll das Verstecken der Mädchen sein. Das ist in gewissen Gegenden sicher ein erfahrungsgemäß funktionierender Schachzug, wenn dort zu viele fehlerzogene Männer herum laufen. Allerdings schützt er nicht vor Psychotricks der weniger rabiat vorgehenden Männer mit versteckt schlechten Absichten, die sich die Frauen dann doch zum egoistischen Spaß angeln. Wobei ich auch clevere Frauen erwähne, die sich auch aus kaum auf Familie ausgerichteten Gründen schnell mal von einem reichen Mann schwängern und den Rest die Anwälte regeln lassen. Zu dem Verstecken körperlicher Reize gehören auch die Verhüllungsvorschriften, die auch den Frauen in der katholischen Messe nicht erspart bleiben und wo auch ich als Mann lange Hosen zu tragen habe. Vielleicht hat sich das ja in großen, einander unbekannten Gruppen von Fremden recht gut über die Jahrtausende bewährt? Aber schließt es denn aus, dass man im engeren Umfeld (Schulklasse, Verein, Verwandschaft) trotzdem einen natürlichen und unverklemmten Umgang zwischen Mädchen und Jungs ermöglicht? Vielleicht kann man da mit der Salami-Taktik punkten? Also erlaube man den Mädchen bzw. ihren Eltern doch, zunächst erst ein mal Vertrauen zu anderen Eltern und deren Kindern aufzubauen – freiwillig, in zunächst ganz kleinem Kreis. Klappt es da, dann kann der Kreis auch mal größer werden und irgendwann die ganze Klasse oder die ganze Schwimmhalle umfassen. Gleichzeitig sollten wir uns vielleicht auch orientalischen Hygienevorschlägen da öffnen, wo diese Pluspunkte haben – etwa Genitalwäsche statt nur kurz mal zu rubbeln mit Papier.

    Vor allem hoffe ich aber, dass wir miteinander ein offensichtliches Erziehungsproblem lösen: Was nützt eine noch so schamhafte und sich zurückziehende Jungfrau, wenn die Kerle komplett auf Herzensbruch und Beutefang gedrillt und somit denkbar schlecht erzogen werden. Hier sollte die ganze Gesellschaft (Fromme und Ungläubige) mal bald miteinander ins Gespräch kommen. Wenn wir da etwas bewegen und die Jungs sich anständiger und verantwortungsfähiger beweisen, dann wird es Müttern sicher auch leichter fallen, Töchter zur Klassenfahrt oder in die Schwimmhalle zu schicken.

  • Zu dem Beitrag von Peter Spangenberg habe ich einige Fragen und Anmerkungen:

    Was sind „manipulative Tricks“? Wenn man gegen irgendwelche Argumente keine vernünftigen Gegenargumente mehr findet, dann nennt man sie „manipulative Tricks“ – und man braucht sich nicht mehr sachlich mit ihnen auseinanderzusetzen. Sehr einfach und bequem oder auch schwach und geistlos.

    Was heißt „überdurchschnittlich gute Chancen“? Wer stellt das fest? Jeder neigt doch dazu, nur die erfolgreichen „Fälle“ zu sehen (also etwa die Schülerinnen, die sich später einmal in der Schule melden, und das sind nun einmal eher die erfolgreichen), die anderen interessieren erst gar nicht.

    Woher wissen die Nonnen, dass „geglückte Erziehungsergebnisse“ auf ihren Mist gewachsen sind? Vermutlich schicken doch nur Familien, die sich eh in besonderer Weise um ihre Töchter sorgen, diese zu solchen Nonneninternaten? Und in den Familien sorgt man sich dann auch um die Begegnungen mit akzeptablen Ehekandidaten, unter denen die „gut erzogene Tochter“ dann auch einen findet. Die „Erfolge“ sind also vielleicht überhaupt nicht auf dem „Mist der Nonnen“ gewachsen?

    Was sind „klassische Familien“, wie kommt man zu denen? Ich verweise hier auf eine Schweizer Untersuchung: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/232298/umfrage/durchschnittliche-anzahl-der-sexualpartner-in-europaeischen-laendern/ Sind Ehen, die auf diese Weise, also nach 4,7 minus „der Richtige“ (- 1), also nach 3,7 „Fehlversuchen“ zustande kommen, „klassische Familien“? Das kann ja sein – und ich möchte niemanden verurteilen, denn die Betreffenden wussten es einfach nicht besser. Doch christliche Ehen sind das wohl nicht. Denn die kennzeichnet nun einmal die Nulltoleranz, also nur 1 Geschlechtspartner das ganze Leben. Dazu bedarf es natürlich einer völlig anderen Geschlechtserziehung als zu der „klassischen Ehe“. Der wichtigste Punkt ist, so viel ich das sehe: Keine Leibfeindlichkeit (um Missverständnisse zu vermeiden, bitte http://basisreligion.reliprojekt.de/leibfeindlich.htm beachten), Moral muss Spaß machen. Also ein völlig anderer Ansatz!
    Was heißt „den Eltern sollte es überlassen bleiben…“. Doch dann beklagen Sie, dass „die Kerle schlecht erzogen“ werden. Also scheinen viele Eltern ihre Sache doch nicht so gut zu machen? Warum nicht gleich eine Gemeinschaftserziehung? Ich lege etwa in der Seite http://www.michael-preuschoff.de ein Konzept für die vor. (Sie können sich die Texte völlig gratis herunterladen, meinetwegen auch ausdrucken und weiter geben; wenn Sie alles komplett übernehmen, genehmige ich das auch.)

    Was heißt überhaupt: „auf Beutefang und Herzensbruch gedrillte Kerle“? Ich wüsste nicht, wann Kerle so gedrillt werden – die nehmen sich doch bloß, was sich anbietet. Und wenn die Mädchen nicht „dazu“ bereit wären, würden sie ja auch nicht mitmachen. Und wie sehr sie sehr oft bereit sind, siehe etwa unter http://basisreligion.reliprojekt.de/sexting.htm/. Es ist doch Unfug, dass die Männer immer nur die Bösen sind. Der spanische Philosoph Ortega y Gasset hat mich (in seinem Buch „Über die Liebe“) darauf aufmerksam gemacht, dass es im Allgemeinen die Frauen und Mädchen sind, die die Steine ins Rollen bringen. Ich bin dann einmal die Fälle durchgegangen, die mir bekannt wurden. Also in 9 von 10 „Fällen“ waren es eindeutig die Mädchen, die sich einen „Entjungferer“ gesucht hatten – und zumeist auch ohne Eheabsicht.

    Sind „schamhafte und sich zurückziehende Jungfrauen“ nicht auch ein „Erziehungsergebnis“? Ich habe meine Tochter jedenfalls nicht so erzogen und das hat sehr gut funktioniert. Ich habe Zeugen, dass sie an echter Moral offensichtlich sichtlichen Spaß hatte. Warum also nicht auch hier eine geeignete „Gemeinschaftserziehung“ (s.o.)?

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