Kein Terroranschlag in Charleston

Im amerikanischen Charleston hat eine Weißer neun Schwarze beim Gebet in einer Kirche erschossen. Weltweit berichten Medien über den "Amokläufer". Eine andere Bezeichnung für den Attentäter fehlt hingegen.

Der Fall erinnert an Terroranschläge, wie man sie aus Kirchen Nigerias oder schiitischen Moscheen in Pakistan kennt: Ein 21-jähriger Amerikaner hat am Mittwochabend im US-Bundesstaat South Carolina mindestens neun Menschen erschossen. Der weiße Mann ging in eine Kirche und tötete dort offenbar gezielt die schwarzen Gläubigen. Weltweit berichten Medien über den „Amoklauf“, die „Schießerei“ oder das „Hassverbrechen“. Nur die Bezeichnung „Terrorist“ findet sich anders als bei muslimischen Attentätern in keinem einzigen Medienbericht.

charl_bild

BILD

charl_n24

N24

charl_ntv

N-TV

charl_stern

Stern

charl_nzz

NZZ

charl_abendzeitung

Abendzeitung München

charl_abc

ABC News

charl_cnn

CNN

charl_wp

Washington Post

charl_nyt

New York Times

Noch ein Nachtrag um 10:43 Uhr: Ich hab mit Google-News noch die Gegenprobe gemacht. Wenn man nach Veröffentlichungen zu „Charleston“ und „Terrorist“ der letzten 24 Stunden sucht, bekommt man insgesamt vier englischsprachige und einen dänischen Treffer. Auf allen fünf Nachrichtenwebsites stehen die Begriffe allerdings in keinem Zusammenhang oder tauchen nur in User-Kommentaren auf. Als „Terrorist“ wird der Attentäter von Charleston in keinem einzigen Medienbericht bezeichnet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.